Die Ostsee-Insel mit den vielen Gesichtern

Erdgeschichtlich sind die Inselkerne in der Eiszeit aus Stauchungen von Endmoränen mit Geschiebe-mergel und Meeresboden mit starken Kreideab-lagerungen entstanden. Am stärksten wurde dabei Jasmund aufgeworfen und bildet dabei mit dem Piekberg bei Hagen mit 161 Meter die höchste Erhebung. Auf Jasmund wurde dabei auch besonders viel Kreide aufgewölbt, die teilweise bis an die Erdoberfläche reicht.

Alter Kreidebruch in Gummanz
Alter Kreidebruch in Gummanz

Sie zeichnet sich durch eine besonders hohe Reinheit und Feinheit aus. Viele kleine offen gelassene Kreidebrüche zeugen von der frühen wirtschaftlichen Bedeutung des weißen Goldes für Rügen. Noch heute wird sie industriell im Tagebau abgebaut.
Sie dient zur Farbherstellung, findet Verwendung in der Chemischen Industrie, gewinnt immer mehr bei der Rauchgasentschwefelung an Bedeutung und ist in den letzten Jahren als Rügener Heilkreide für Kuren und Wellnessanwendungen wiederentdeckt worden.

Die Feuersteinfelder auf der Schmalen Heide bei Mukran
Die Feuersteinfelder auf der Schmalen Heide bei Mukran

Eine Besonderheit sind die in der Kreide einge-lagerten Feuersteine. Vom Meer ausgewaschen und an manchen Küstenabschnitten in großen Mengen abgelagert, gehören sie zu den Eigenarten der rügenschen Strände. Die Feuersteinfelder bei Mukran, wo man landeinwärts mächtige Wälle des Flintsteins findet, sind bei gewaltigen Sturmfluten entstanden. Mitgerissen von hohen Wellen sind sie hier an der Brandungskante abgesetzt worden.

Die schroff aus dem Meer ragenden Steilküsten waren seit jeher der Witterung, Wind und Wellen ausgesetzt, wurden vom Wasser abgetragen und an ruhigeren flachen Stellen im Stömungsschatten wieder angelandet. So entstanden die geologisch jüngeren Nehrungen, die die natürlichen Verbin-dungen der Inselteile mit der Hauptinsel herstellen. Beispielhaft hierfür ist die über 10 Kilometer lange Schaabe und die Schmale Heide.

Die stark zerklüftete Landschaft von Mönchgut
Die stark zerklüftete Landschaft von Mönchgut

Das Eiland wartet mit einer unglaublichen Vielfalt an Schönheiten in unterschiedlichsten Landschafts-formen auf kleinem Raum auf:
Feiner flacher Sandstrand und steil aus der Ostsee ragende Kreidefelsen, aktive Kliffs bis in den Boddenbereich und reetgesäumte Ufer, Blockstein-strände, Findlinge, Feuersteinfelder, weite flache Wiesen und Felder, sanfte Hügelketten mit lichten Buchenwäldern, Nehrungen mit Dünenwäldern und Mooren, einsame Wieken und Bodden, verträumte Dörfer mit reetgedeckten Häusern und lebhafte Badeorte und Hafenstädte mit Villen und Hotels im Stil der Bäderarchitektur, Baumgruppen mit Hünen-gräbern und quer durch die Landschaft die Schmal-spurbahn mit der Dampf-Museumsbahn Rasender Roland, Seebrücken, Häfen, kilometerlange feinsandige Badestrände, ruhige verträumte Schilfgürtel ... Majestätisch fliegende Fisch- und Seeadler, wild schreiende Möwen und im Frühjahr und Herbst der Vogelzug, Rastplatz für tausende Enten, Gänsen und natürlich den imponierenden Kranichen mit ihren trompetenden Rufen.

Rügen mit seinen Inselschwestern Hiddensee, Ummanz und Vilm und vielen kleinen unbewohnten Inseln, sind ein atemberaubendes Naturparadies mit vielen Zeugnissen aus einer bewegten Geschichte.

Dieses alles trägt wohl zu der hohen Beliebtheit Rügens als Wohn- oder Urlaubsort bei.