Herrenhäuser auf Rügen sind Zeitgeschichte aus der Zeit der Leibeigenschaft

Gutshaus Boldevitz

Gutshaus Boldevitz

Das im ländlich schlichten, doch sehr eleganten Bau errichtete Herrenhaus Boldevitz, übt auf den Betrachter in Hinsicht seiner festen Mauern sowie der Struktur des schönen Umfeldes, große Bewunderung aus. Das um 1314 erstmals erwähnte Dorf „Bollevitze“ gehörte der Familie von Rothermund, die es über Jahrhunderte in Familienbesitz besaß. Nach dem Aussterben der Familie wechselte das Gut mehrmals seinen Besitzer und gelangte für einige Zeit in den Besitz derer von Olthoff (1762 ) wonach es um 1780 in die Hände der Familie von Lancken überging.
Um 1635 erfolgte der Bau des heutigen Gutshauses mit Steinen einer abgerissenen Kirche des eingegangenen Kirchdorfes Maschenholz. Der hieraus entstandene verputzte Backsteinbau wurde verziert durch zwei parallele Satteldächer mit Fledermausluken. Die beiden niedrigeren Seitenflügel besitzen nur die halbe Tiefe des Haupttraktes. Eine zweiläufige Treppe ( 18.Jahrhundert ) führt zum Haupteingang im Mitteltrakt, über ihm die Sandsteintafel mit dem Wappen derer von Lancken –Usedom.
Der im oberen Geschoß befindliche Festsaal des Hauses, dessen Wände mit Tapeten bespannt sind, die von Philipp Hackert (1763 -64 bei einem Aufenthalt hier) bemalt worden sind, zeigen Motive, die an Rügen erinnern und wurden vor einigen Jahren aufwendig restauriert.
Die Struktur des Parkes, dessen Ursprung in die Renaissance zurückführt, wurde durch historische Überlieferungen rekonstruiert und bietet dem Besucher einen interessanten Einblick zum Umweltbewusstsein einstiger Gutsbesitzer.
VR

 
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Gutshaus Bohlendorf

Gutshaus Bohlendorf

Die erste schriftliche Erwähnung von Claws Bolenson reicht in das Jahr 1316 zurück. Das Gutshaus wurde zwischen 1794 bis 1796 für die Familie von Bohlen erbaut. Es liegt etwas abseits der Straße von der Wittower Fähre nach Wiek. 1865 wurde das linke Kavaliershaus erneuert. Nach dem Brand der Wirtschaftsgebäude wurden diese in den Jahren 1923 und 1924 wieder aufgebaut und gleichzeitig das Herrenhaus renoviert. - Als 1935 Adolf von Wolf-Bohlen kinderlos starb, kaufte Dr. Alexander von Quistorp
das Gut Bohlendorf. Er wurde 1945 enteignet und nach einer kurzen Nutzung verfiel das Herrenhaus. Es wurde dann von einem volkseigenen Betrieb in ein Betriebsferienheim umgenutzt und in Stand gehalten. 1992 wurde das Haus vom Unternehmer Wilfried Wietfeldt aus Celle gekauft und nach umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten am 1.April 1995 als Landhotel Herrenhaus Bohlendorf in einem Landhausstil-Ambiente wieder neu eröffnet. Wenn man durch den angrenzenden Park schlendert, fühlt man sich in alte Zeiten zurückversetzt.
Landhotel Herrenhaus Bohlendorf

 
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Gutshaus Granskevitz

Gutshaus Granskevitz

Der wohl älteste Familienstammsitz Rügens befindet sich in Granskevitz nahe des Kirchdorfes Trent. Der Stammsitz der Familie von Platen soll hier schon um 1170 errichtet worden sein. Er zählt heute zu den frühesten Stammsitzen rügenscher Adelsgeschlechter.
Die vermutlich als Burg errichtete Anlage umgibt ein rechteckiger Schutzwall mit umlaufendem Graben. Der Wall und Graben war an seiner Südseite mit einer Zugbrücke versehen.
Fundamente und Kellergeschosse des Gutshauses stammen aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Die Kellergeschosse, nach Beisetzung von Pestleichen, wurden vor 1507 vermauert. Die beiden heutigen vorhandenen Geschosse des Gebäudes wurden im 17. Jahrhundert aufwendig errichtet. Anbauten, wie ein Turmobergeschoss kamen im 18.Jahrhundert dazu.
Der imposante Bau ruht auf einem mächtigen Findlingsfundament, in deren aufstrebende Mauern zahlreiche Feldsteine verbaut wurden. Der runde Treppenturm mit dem achteckigen Obergeschoss und seiner Welschen Haube gekrönt, stellt ein augenfälliges Element des Gebäudes dar. Fenster und Dächer sind in ihrer Ursprünglichkeit erneuert. Der Backsteinbau ist verputzt und mit Schmuckelementen geometrischer Formen an den Außenkanten des Hauses versehen.
Auf den Wallkronen, die bis zu 6 m breit sind, stehen 300 jährige Linden.Das Gutshaus ist heute privat genutzt, lediglich die alte Wallanlage ist öffentlich zugängig.VR

 
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Gutshaus Libnitz

Gutshaus Libnitz

Unweit des Breetzer Boddens, nahe des Kirchdorfes Trent liegt der alte Ort Libnitz, dessen Ortsname auf slawische Gründung zurückzuführen ist.
Wizlaw I. gibt im Tausch den Ort Starkow bei Barth 1242 gegen „Lubanovitz“ an das Kloster von Bergen. Papst Innocenz IV. bestätigt dem Kloster zu Bergen den Besitz von „Lubanowitz“ um 1250. 1747 befindet sich sich Libnitz im Besitz des Bergener Pastors Brunnemann, der es zu einem „Hof Libnitz“ umwandelte. Seit dieser Zeit wechselten die Besitzer häufig.
Das ehemalige Gutshaus, welches als „Weißes Haus“ weit sichtbar bezeichnet war, wurde in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts durch ein neues Gutshaus ersetzt. Die Familie Meyer-Sarnow ließ hier ein an die Norddeutsche Backsteingotik erinnerndes Haus erbauen, dessen kühne Konstruktion in modernster Bauweise arrangiert war.
Der zweigeschossige Bau untergliedert sich in zwei Abteilungen des Hauses, die im rechten Winkel zugeordnet sind. Auffällig der hohe Eckturm. Von besonderer Pracht ist die vertäfelte Decke der Treppenhalle im Eingangsbereich. Die großzügig gestaltete Treppe, die auf halber Höhe eine Galerie von 7 Buntglasfenstern mit landwirtschaftlichen Motiven zeigt.
Südlich des Gutshauses erstreckt sich ein weitläufiger Park, indem sich ein im neoklassizistischen Stil errichtetes Erbbegräbnis befindet.VR

 
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Herrenhaus Kartzitz

Gemeinde Rappin
Herrenhaus Kartzitz
Foto VR  

Eine der anmutigsten barocken Hofanlagen auf Rügen bildet das Gutshof-Ensemble Kartzitz, an das eine schöne Parkanlage anschließt. Das Gutshaus mit den beiden Kavaliershäusern verleiht dem Anwesen ein prägendes Gesicht. Die kleine barocke Gutsanlage wurde um 1750 errichtet, während ein Guts-hof schon 1318 erwähnt wird.
Vom 15. bis 19.Jahrhundert war hier die Familie von Usedom ansässig bis der Hof in bürgerlichen Besitz überging. Nach 1945 wurde das Gut enteignet.
Das eingeschossige verputzte Backstein-Traufenhaus mit seinem auffälligen Mansarden-dach ist über eine zweiseitige Freitreppe zu betreten, die im Mittelrisalit des Gutshauses integriert ist. Im Innern des Hauses sind zahlreiche bauzeitliche Elemente erhalten. Hier fallen besonders die Füllungstüren und das Treppenhaus auf.
In der barocken Parkanlage befinden sich alte Baum-bestände. Um 1800 wurde der Park teilweise in einen Land-schaftspark umgestaltet.
Nach aufwendiger Sanierung und Restaurierung in den 90er Jahren ist hier wieder ein landwirtschaftlicher Betrieb ansässig. VR

 
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Herrenhaus Posewald

Herrenhaus Posewald
Foto VR  

Das jetzige Herrenhaus entstand in der 2.Hälfte des 19.Jahrhundert.
Der kompakte Backsteinbau beeindruckt durch seinen hohen aus Feldsteinen errichteten Keller, was auf Vorratswirtschaft schließen lässt.
Das einstige Bauerndorf ist bereits 1318 urkundlich erwähnt. Im späten 16. Jahrhundert entstand der Adelshof durch „Einverleibung“ und „Legung“ umliegender Bauernhöfe.
Der kleine, das Gutshaus umgebene Park, der seit einigen Jahren wieder gut gepflegt ist, geht vermutlich auf Entwürfe des Gartenarchitekten Peter Josef Lenné zurück. VR

 
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Gutshof Nesebanz

Gutshof Nesebanz
FotoVR  

Der massive Ziegelsteinbau stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Stallungen und Wirtschaftsanlagen sind in die gleiche Zeit zu datieren.
1314 erfolgte die erstmalige Erwähnung des Ortes als „Nesebants“. Im 17 Jahrhundert verfielen einige Hof- und Wirtschaftsgebäude. 1754 gelangte der Hof in den Besitz des Heilgeistklosters Stralsund.
In dem heute verwilderten kleinen Gutspark befindet sich eine unter Naturschutz gestellte Linde.
Die kleine Hofanlage liegt am Niederungsrand im flachwelligen Niederungsgebiet Südwest-Rügens. VR

 
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